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Longiergurte für effektives Training und gezielten Muskelaufbau

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BIANCA HÄUSELER

Expertin für die Ausrüstung von Pferd & Reiter

Liebt es mit einem ihrer selbstgezogenen Pferde über den Reitplatz oder durch die Brandenburger Heide zu galoppieren.

Ein Longiergurt ist das zentrale Ausrüstungsstück für die Bodenarbeit, das Hilfszügel präzise verschnallbar macht und deinem Pferd gymnastizierendes Training ohne Reitergewicht ermöglicht. Bei EquiPassion findest du Modelle aus Leder, Nylon und Soft-Materialien der Marken EURORIDING, WALDHAUSEN und IMPERIAL RIDING in den Größen Pony (P) und Warmblut (WB).

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Individuelle Materialwahl: Entscheide dich zwischen klassischem Leder, robustem Nylon oder Soft-Modellen für empfindliche Pferde.
  • Maximaler Komfort: Hochwertige Polsterungen aus Fleece oder Neopren verhindern Druckstellen und sorgen für Bewegungsfreude.
  • Präzise Einwirkung: Modelle mit vielen Ringen ermöglichen dir eine exakte Einstellung der Hilfszügel für jedes Trainingsziel.

Warum ein hochwertiger Longiergurt die Basis für gesunde Arbeit ist

Bodenarbeit ist Gymnastizierung, Muskelaufbau und Kommunikation auf Augenhöhe. Damit dein Training an der Longe wirklich effektiv ist und du dein Pferd gesunderhaltend arbeitest, benötigst du Ausrüstung, die präzise Signale ermöglicht, ohne zu stören. Der Longiergurt ist hierbei das Herzstück der Longierausrüstung. Im Gegensatz zum Sattel bietet er dir durch speziell positionierte Ringe deutlich feinere Möglichkeiten, Hilfszügel korrekt zu verschnallen.

Ein gut sitzender Gurt hilft du dabei, folgende Trainingsziele zu erreichen:

  • Gezielte Dehnungshaltung: Für einen aufgewölbten Rücken und eine losgelassene Oberlinie.
  • Aktivierung der Hinterhand: Durch korrekte Arbeit über den Rücken tritt dein Pferd besser unter.
  • Schulung junger Pferde: Ideal, um Remonten stressfrei an Gebiss und Gurtzwang zu gewöhnen.
  • Rehabilitations-Training: Aufbau von Muskulatur nach Pausen ohne Reitergewicht.

Egal ob du ein zierliches Pony (P) oder ein kräftiges Warmblut (WB) trainierst: Nur wenn der Gurt perfekt sitzt, kommen deine Hilfen korrekt an. Als methodische Grundlage empfiehlt sich die FN-Richtlinie Band 6: Longieren, die als offizielles Standardwerk der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sowohl Ausbilder als auch ambitionierte Freizeitreiter durch die korrekte Bodenarbeit führt.

Material-Guide: Welcher Gurt passt zu euch?

Die Wahl des Materials ist keine reine Geschmackssache, sondern hängt von den Bedürfnissen deines Pferdes und deiner Trainingsintensität ab. Damit du die richtige Entscheidung triffst, haben wir die Vor- und Nachteile in einer Übersicht für dich zusammengefasst.

Material & Modell-TypVorteilePflegeaufwandIdeal geeignet für...
Leder (z.B. Euroriding Saint Denis)Passt sich durch Körperwärme perfekt der Anatomie an, extrem langlebig, liegt satt und ruhig am Pferd.Mittel (Sattelseife & Lederfett nötig)Reiter, die Tradition und Langlebigkeit schätzen und täglich trainieren.
Nylon (z.B. Imperial Riding IRHDeluxe)Sehr leicht, unempfindlich gegen Schweiß, einfach abwaschbar und oft preiswerter.Gering (Wasser & Schwamm reichen oft)Den unkomplizierten Stallalltag und Pferde, die leichtes Equipment bevorzugen.
Soft / Fleece (z.B. Waldhausen Supersoft)Schmiegt sich sanft an, verteilt Druck großflächig, verhindert Haarbruch und Scheuerstellen.Mittel (Polster müssen sauber gehalten werden)Sensible Pferde, Tiere mit Gurtzwang oder empfindlicher Haut in der Gurtlage.

Für die passende Pflege der Ledermodelle findest du in unserer Kategorie Pflegeprodukte die passende Lederseife und Fette, damit dein Gurt über Jahre geschmeidig bleibt.

Ausstattung und Passform: Darauf musst du achten

Neben dem Material entscheiden die technischen Details über den Trainingserfolg. Gute Longiergurte zeichnen sich durch eine Vielzahl an Ringen aus. Modelle wie der Euroriding Saint Denis bieten du bis zu 13 Ringe. Das gibt du die Freiheit, Hilfszügel in unterschiedlichsten Höhen zu positionieren, von tief eingestellt für das Vorwärts-Abwärts bis hin zu höheren Positionen für die relative Aufrichtung.

Welche Hilfszügel dabei sinnvoll sind, hängt vom Trainingsziel ab. Eine Studie im Journal of Equine Veterinary Science zeigte mittels Thermografie an 16 Pferden, dass Chambon, Gummiringe und Dreieckszügel jeweils sehr unterschiedliche Belastungsmuster auf die Gliedmaßen erzeugen: Der Chambon kam dem freien Longieren am nächsten, der Gummiring verteilte die Last gleichmäßig auf alle vier Beine, während Dreieckszügel die Hinterhand stärker belasteten. Die passenden Longierhilfen solltest du also bewusst auswählen.

Checkliste: Sitzt der Longiergurt richtig?

Damit dein Pferd sich losgelassen bewegen kann, prüfe vor jedem Training diese Punkte:

  1. Widerristfreiheit: Liegt der Gurt auch unter Zug nicht auf dem knöchernen Widerrist auf? Spezielle Widerristpolster können hier helfen.
  2. Ellenbogenfreiheit: Hat dein Pferd genug Platz hinter dem Ellenbogen, damit die Haut in der Bewegung nicht eingeklemmt wird?
  3. Gleichmäßiger Druck: Ziehe den Gurt beidseitig gleichmäßig an (Loch für Loch), damit er nicht verzieht.
  4. Ring-Position: Liegen die seitlichen Ringe auf der korrekten Höhe für deine geplante Verschnallung der Doppellonge oder Ausbinder?

Suchst du eine 2-in-1 Lösung für den Einstieg ins Voltigieren oder Sitzschulungen? Dann ist ein Gurt mit festen Griffen wie der Waldhausen Longiergurt & Voltigiergurt Synthetik dein perfekter Partner. Er bietet Sicherheit für den Reiter und Stabilität für das Pferd.

Passendes Zubehör für dein Longiertraining

Ein Longiergurt entfaltet erst im Zusammenspiel mit dem restlichen Longierequipment sein volles Potenzial. Für einen korrekten Trainingsaufbau ergänzt du deinen Gurt sinnvoll mit weiterem Zubehör aus dem EquiPassion-Sortiment:

  • Ein passender Kappzaum ermöglicht eine direkte Einwirkung über das Nasenbein, ohne das Pferdemaul zu belasten.
  • Hochwertige Longen mit angenehmer Haptik sorgen für klare Kommunikation zwischen dir und deinem Pferd.
  • Eine Longierbrille schützt junge oder schreckhafte Pferde vor Ablenkungen durch seitliche Reize.
  • Als Unterlage empfehlen sich weiche Longiergurtunterlagen, die Druckspitzen im Widerrist- und Gurtbereich abfedern.

Zur Sicherheit trägst du beim Longieren am besten einen Helm, der die europäische Norm EN 1384:2023 für Reithelme erfüllt. Passende Modelle findest du bei uns in der Kategorie Reithelme & Zubehör.

Fazit: Qualität zahlt sich aus

Ein passender Longiergurt ist kein bloßes Zubehör, sondern ein Werkzeug für die Gesunderhaltung deines Pferdes. Er ermöglicht dir abwechslungsreiches Training, gezielten Muskelaufbau und verbessert die Rittigkeit nachhaltig. Ob du die Langlebigkeit von Leder, die Pflegeleichtigkeit von Nylon oder den Komfort eines Soft-Gurtes bevorzugst: Bei EquiPassion findest du das Modell, das dein Training auf das nächste Level hebt.

Häufig gestellte Fragen zu Longiergurte

Ein Ledergurt ist meist schwerer. Das klingt zunächst nach einem Nachteil, ist aber oft positiv: Er liegt dadurch satter und ruhiger am Pferd, was viele Pferde als angenehm empfinden. Nylon ist leichter und starrer, dafür aber extrem pflegeleicht, wenn es mal schlammig oder sehr schweißtreibend zugeht.
Wenn dein Pferd zu Haarbruch oder offenen Stellen neigt, greife unbedingt zu Soft-Modellen oder Gurten mit dicker Fleece-Unterlage. Der *Waldhausen Longiergurt Supersoft* ist hier ein Favorit unserer Kunden. Achte zusätzlich darauf, dass der Gurt sauber ist, denn verklebtes Fell und Schweißreste sind oft die Hauptursache für Scheuerstellen.
Die Größen orientieren sich am Bauchumfang. "P" (Pony) ist für Endmaßponys und kleinere Rassen konzipiert, "WB" (Warmblut) deckt die meisten Großpferde ab. Da Longiergurte sehr viele Löcher zur Verstellung haben, sind sie flexibler als Sattelgurte. Miss einfach den Bauchumfang an der Gurtlage und vergleiche ihn mit den Produktangaben.
Die Ringe sind dein "Schaltpult". Je nach Ausbildungsstand brauchst du unterschiedliche Winkel für deine Hilfszügel (z. B. Dreieckszügel oder Laufferzügel). Tiefe Ringe fördern die Dehnung, höhere Ringe die Aufrichtung. Seitliche Ringe sind zudem unverzichtbar für die Arbeit mit der Doppellonge, um das Pferd optimal einzurahmen.
Als Faustregel gilt der Zwei-Finger-Test zwischen Nasenrücken und Riemen. Eine Studie im Equine Veterinary Journal zeigte, dass bei einer Verschnallung mit weniger als ein Finger Spielraum die Druckwerte auf Nase und Unterkiefer signifikant ansteigen. Ein locker verschnallter Kappzaum ermöglicht deinem Pferd das Kauen und Abschnauben und unterstützt so die Losgelassenheit im Training.